Gestern war noch alles normal. Und heute ist alles anders

Die jetzige Krise fordert uns alle heraus. Dabei befinden wir uns immer noch in friedlichen Zeiten und leben nach wie vor in einem der sichersten und wohlhabendsten Länder der Erde. Aber wir müssen derzeit gewohnte Routinen aufgeben und leben nicht mehr in der Gewissheit, dass alles wie immer genauso weitergeht. Die so noch nie erlebte Vollbremsung der Wirtschaft und eine damit völlig unkalkulierbare Zukunft fordert uns alle heraus.

Die jetzige Übergangszeit mit den damit verbundenen Beschränkungen sollte jeder Unternehmer und jede Unternehmerin für eine intensive Selbstreflexion und Neuorientierung nutzen:

  • Welche Ziele und welche Etappen möchte ich als Unternehmer/in, Führungskraft oder Nachfolger/in im Laufe der nächsten Monate und Jahre verfolgen?
  • Wie bringe ich dabei meine privaten und beruflichen Ziele zusammen, um in einer gewissen Sicherheit und Balance leben zu können?
  • In welche Richtung soll sich mein Unternehmen entwickeln und mit welcher Botschaft möchte ich meine Kunden erreichen?

Spätestens jetzt in dieser Anfangsphase dürfte uns allen klar sein, dass in dieser historisch einmaligen Entwicklung die Neupositionierung unseres Unternehmens als dringlichste und wichtigste Aufgabenstellung angesehen werden muss. Dringlich deshalb, da uns jeder Tag, mit dem wir in Untätigkeit bleiben, Geld, Nerven und Stress kosten wird. Wichtig, da jetzt jeder für sich und sein Unternehmen ohne Aufschub einen Weg aus der Krise finden muss. Die versprochenen staatlichen Hilfen stellen in vielen Fällen nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar und werden das grundsätzliche Problem nicht lösen können.

Aus den eigenen Beobachtungen lernen und Veränderungen aufnehmen

Dabei sollten wir gerade jetzt sehr aufmerksam die Veränderungen um uns herum wahrnehmen. Innerhalb kürzester Zeit haben Unternehmen weitgehend auf elektronische Kommunikation umgestellt. Da persönliche Treffen und Besuche zurzeit nicht möglich sind und auch nicht gewünscht werden, boomen Videokonferenzen, E-Learning-Plattformen und Home-Office-Anwendungen. Sogar einige Schulen schaffen im Eiltempo die Einführung eines virtuellen Unterrichts, nachdem man Jahre darüber immer nur debattiert hat. Wer einmal die Vorteile der örtlich und zeitlich unbegrenzten Zusammenarbeit erfahren hat, wird nicht mehr in den konventionellen Modus zurückgehen wollen.

Schon jetzt können wir aus den wenigen Tagen im Veränderungsmodus folgende Konsequenzen für unser zukünftiges Geschäftsmodell ziehen:

  • Jedes Unternehmen braucht eine Teamsoftware zum Austausch von Text-, Audio- und Videonachrichten, die CRM-Software sollte in die Cloud verlagert werden.
  • Die Kommunikation mit Geschäftspartnern muss alternativ immer auch virtuell möglich sein.
  • Jede wichtige Präsentation der eigenen Produkte und Dienstleistungen muss digitalisiert und auf allen Kanälen inklusive der eigenen Website kommuniziert werden.
  • Die Firmen-Website wird zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten Firmenkommunikation.
  • Nachdem viele konventionelle Werbekanäle praktisch komplett ausfallen, müssen alle relevanten Kanäle für die eigene Zielgruppe aktiviert und „bespielt“ werden.

Fazit: Jedes Unternehmen ist ab sofort ein Medienunternehmen.