Der einfache Weg in die Selbstständigkeit

Selbstständige arbeiten selbst und ständig – diese alte Volksweisheit hat sicher ihren wahren Kern, arbeiten Selbstständige doch regelmäßig deutlich länger als ihre angestellten Kollegen. Im Schnitt haben, wie die Deutsche Handwerks Zeitung berichtet, nämlich 53% der Selbstständigen in Deutschland sogenannte überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche. Zum Vergleich: bei den Angestellten sind es gerade einmal 7%, die von solch langen Wochenarbeitszeiten betroffen sind.

Und doch: Die Selbstständigkeit ist und bleibt ein attraktives Szenario für viele. Sein eigener Chef zu sein, sich etwas eigenes aufbauen, gestalten und bewegen zu können – das treibt verständlicherweise einfach viele Menschen an! Klar ist auch, läuft der eigene Betrieb erst einmal rund, lässt sich mit der Selbstständigkeit auch oft bedeutend mehr verdienenen als im Angestelltenverhältnis.

Ganz klar ist: Aller Anfang ist schwer. Mit begrenztem Budget und unsicherem Erfolg bietet sich für viele Neu-Unternehmer die Gründung einer Personengesellschaft, genauer gesagt eines Einzelunternehmens an. Das hat den Vorteil, dass fast keine Gründungskosten anfallen. Holt euch einfach bei der für euch zuständigen Stadtverwaltung einen Gewerbeschein (das kostet meist gerade mal ca. 20 Euro) und schon könnt ihr loslegen. Bis 25.000 Euro Jahresumsatz bleibt das ganze auch umsatzsteuerfrei.

Doch aufgepasst: Befindet ihr euch in einem der sogenannten “freien Berufe” müsst ihr gar kein Unternehmen anmelden. Zu den freien Berufen gehört ihr, wenn ihr zum Beispiel Arzt, Psychotherapeut, Journalist, Rechtsanwalt oder Künstler seid. In diesem Fall müsst ihr dann also gar kein Unternehmen anmelden, sondern könnt eure Einkünfte einfach in der jährlichen Steuererklärung deklarieren.

Sobald ihr dann etwas größer seid und zum Beispiel Mitarbeiter einstellen möchtet bietet sich dann vielleicht auch die Gründung einer Kapitalgesellschaft, zum Beispiel einer GmbH, an. Diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat den großen Vorteil, dass ihr zwar min. 25.000 Euro Stammkapital in das Unternehmen einzahlen müsst, ihr dann aber auch nur mit diesem Unternehmenskapital haftet. Heißt: Im Falle einer Pleite bleibt euer privates Vermögen, also z.B. euer Haus, der neue Porsche oder auch das Ferienhaus in Spanien vollkommen geschützt.

Bevor wir aber soweit sind, ist natürlich vor allem eins wichtig: Aufträge und Kunden gewinnen! Egal ob Fotograf, Handwerker oder Sprachlehrer – mit der Zeit baut ihr euch sicher einen Kundenstamm auf, der regelmäßig eure Dienstleistungen in Anspruch nimmt. Doch gerade am Anfang wird es gar nicht so leicht sein, potentielle Kunden auf eure Dienstleistungen aufmerksam zu machen und sie von eurer Kompetenz zu überzeugen.

Die richtige Marketingstrategie ist also essentiell. Heutzutage würde ich da nicht mehr so sehr auf Zeitungsannoncen oder Flyerwerbung setzen. Das kann hier und da sicher auch sinnvoll sein, aber euer Hauptfokus sollte auf der digitalen Welt liegen. Eine eigene Webseite ist hilfreich und auch Auftritte in sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel Facebook, Instagram oder Linkedin, sind empfehlenswert.

Außerdem bieten sich Auftragsportale für Selbstständige, wie zum Beispiel Fixando, an, um direkt Aufträge und Kunden zu gewinnen. Nach der Registrierung auf einem solchen Portal erhaltet ihr nämlich direkt Anfragen von potentiellen Kunden aus eurer Umgebung, die Arbeiten für euch haben. Gebt einfach euer Angebot ab und schon der Kunde euch beauftragen.

Ganz wichtig dabei: Schaut am Anfang nicht auf das große Geld, sondern sammelt lieber viele Erfahrungen! Denn – jeder erfolgreich abgeschlossene Kundenauftrag ist eine tolle Referenz für den nächsten Auftrag. Ihr werdet sehen – so baut ihr euch langsam aber sicher ein erfolgreiches kleines Unternehmen auf. Viel Erfolg!

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