Auf Augenhöhe mit der Realität Diercke zeigt die Welt im Wandel

Auf Augenhöhe mit der Realität Diercke zeigt die Welt im Wandel Braunschweig, im Januar 2008. Klimawandel, Migration, Verstädterung – die Welt verändert sich rasend schnell. Für den neuen Diercke Weltatlas waren daher weltweit Experten unterwegs. Geographen, Raumplaner und andere Spezialisten lieferten über drei Jahre hinweg Millionen von Einzelinformationen, die in der hauseigenen Kartographie und Kartenredaktion didaktisiert und in Karten umgesetzt wurden. Das Ziel: In präzisen Darstellungen sowie anhand von Fallbeispielen den Wandel der Welt sichtbar und anschaulich darzustellen. Von Ressourcenverbrauch über Migration bis zum Klimawandel – der Diercke Weltatlas dokumentiert nicht nur die rasanten Entwicklungen, sondern bildet darüber hinaus Lösungsperspektiven und Zukunftsszenarien ab. Das Ergebnis zeigt die Globalisierung pur: Die Karten kommentieren neben geographischen Schwerpunkten auch den wirtschaftlichen, historischen, politischen und umweltbezogenen Wandel.

Erdbeeren auf Grönland: Prima Klima? Die Diercke Redaktion steht vor der Herausforderung, den Klimawandel im Atlas so realistisch und genau wie möglich abzubilden. Glücklicherweise ist das globale Klimadaten-Messnetz in den letzten Jahren immer besser ausgebaut worden, so dass Temperatur- und Niederschlagsmengen heute weitaus präziser gemessen werden können. Der Diercke Weltatlas präsentiert in seiner aktuellen Ausgabe die neue didaktische Klimakarte von Siegmund/Frankenberg, die auf allen aktuellen Messungen globaler Stationsnetze basiert. Durch die präzisen Daten hat sich die Zuordnung einzelner Landstriche zu den fünf gängigen Klimazonen Tropen, Subtropen, Mittelbreiten, Subpolare und Polare Zone verändert – mit einigen Überraschungen: Nach neuesten Erkenntnissen gehört beispielsweise die Südspitze Grönlands nicht mehr zur Polarregion, sondern zu den Mittelbreiten. Dort bauen findige Landwirte nämlich die für die Mittelbreiten typischen Nahrungsmittel Kartoffeln und Erdbeeren an – wenn auch nur unter Folie. „Wärme- und Wasserhaushalt sind die wichtigsten Kennzeichen einer Klimaregion, denn sie bestimmen vor allem maßgeblich Vegetation und landwirtschaftliche Nutzung. Ändern sich durch den Klimawandel beispielsweise die Jahresdurchschnittstemperaturen oder die Niederschlagsmengen, so kommt es zu einer nachhaltigen Verschiebung der Klimazonen – wie im Falle Südgrönlands“, erläutert Professor Dr. Alexander Siegmund, Klimaforscher sowie Professor für Physische Geographie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule und Universität Heidelberg. Dynamische Betrachtungen des Klimageschehens, zum Beispiel anhand von Karten der klimawirksamen Meeresströmungen oder klimatischer Szenarien mit Prognosen bis zum Jahr 2100, ergänzen die Klimabetrachtungen. Anhand von Fallbeispielen wie dem Rückzug des Rhone-Gletschers in den Schweizer Alpen oder der Bildung von Hurrikanen macht Diercke die Bedeutung des Klimawandels für die Erde deutlich.

Blick in die Zukunft: Deutschland. Nicht nur das Land selbst, auch die Bevölkerungsstruktur Deutschlands findet im neuen Diercke Berücksichtigung. Der demographische Wandel, vor allem in den neuen Bundesländern, zeichnet sich bereits heute deutlich ab: Landstriche überaltern buchstäblich; die Jungen, Mobilen – besonders die Frauen – wandern ab in die Regionen, in denen sie sich Jobchancen erhoffen. Bereits heute leben in der Bundesrepublik über 10.000 Menschen, die einhundert Jahre alt sind oder älter. Da gilt es vor allem einen Blick in die Zukunft zu werfen: Prognosen zur künftigen Entwicklung auf der Basis wissenschaftlicher Studien veranschaulichen, wie Deutschland beispielsweise wird. Wo werden die meisten alten Menschen wohnen? Welche Auswirkungen hat die Vergreisung auf die Nutzung der Wohnflächen in den Städten? Wie verteilen sich die Menschen unterschiedlicher Nationalitäten auf die Stadtviertel? Am Beispiel ausgesuchter Städte demonstriert der Diercke die Veränderung der Altersstruktur sowie die Aufteilung der Wohngebiete unter ausländischen Einwohnern. Mehrere farblich leicht interpretierbare Übersichtskarten stellen die gesamtdeutsche Entwicklung der Bevölkerungsstruktur dar, anhand aktueller Daten sowie als Zukunftsszenario. Damit finden auch politisch und gesellschaftlich relevante Themen Eingang in den Atlas – und den Geographieunterricht.

Der Diercke: Ein Weltatlas auf dem neuesten Stand Der neue Diercke hält mit der Realität Schritt: Von der Kartenredaktion wurden die mehr als 450 Karten völlig neu bearbeitet und mit über 100 Diagrammen und Grafiken ergänzt. Über ein Drittel der Karten wird erstmals publiziert. Mehr als 200 Personen und Institutionen haben sich daran beteiligt. Und ganz gleich ob Erde, Kontinent oder Deutschland: Der Atlas zeigt, wie und wo sich die Welt wandelt.